Rede zur Lärmschutzwand

Sitzung der Gemeindevertretung am 24.03.2025

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister, meine sehr verehrten Damen und Herren,

nichts wird in den letzten Tagen in Münster häufiger diskutiert als die Lärmsanierung der Deutschen Bahn. Selten wird man als Fraktion häufiger von Bürgerinnen und Bürgern kontaktiert. Dies zeigt deutlich wie sehr dieses Thema die Betroffenen bewegt.

Ja, Lärmschutz ist richtig und Lärmschutz ist wichtig und nicht ein jeder Bürger empfindet Lärm gleichermaßen. Umso mehr erschreckt uns als CDU-Fraktion die Zustimmung in den Ausschüssen aller anderen hier in der Gemeindevertretung vertretenen Fraktionen zum Bau dieser Lärmschutzwand.

Uns allen liegen die umfangreichen Unterschriftenlisten der betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor, die sich zustimmend und ablehnend äußern.

Ebenso ist uns allen damit die deutliche Diskrepanz zwischen Zustimmung und Ablehnung dieser Wand bekannt. Während sich ca. 90% der betroffenen Bürger gegen die Lärmschutzwand aussprechen, sind nur einige wenige dafür. Umso erstaunter und geradezu fassungslos sind wir über das Abstimmungsverhalten von SPD, FDP und ALMA – Die Grünen. Wie kann man 90% unserer Bürgerinnen und Bürger, die auch Sie hier in die Gemeindevertretung gewählt haben, derart übergehen und missachten, meine Damen und Herren. Wo ist Ihr Verständnis von gewählter Demokratie nur geblieben? Wollen Sie die hier und heute anwesenden Bürgerinnen und Bürger tatsächlich derart übergehen und sich dann anschließend über steigende Poltikverdrossenheit auch hier in Münster wundern?

Das können Sie gerne tun, liebe Gemeindevertreter von SPD, FDP und ALMA. Die CDU-Fraktion hat hier ein bedeutend abweichendes Verständnis von Demokratie in unserer Gemeinde.

Wollen Sie tatsächlich eine grüne, unansehnliche Wand, die in einigen Jahren durch Graffiti noch viel unansehnlicher werden wird, in unsere Landschaft bauen?

Wollen Sie tatsächlich den Wildtieren, das Umherwechseln auf den Feldern unmöglich machen? Diese Tiere können die Gleise schlichtweg nicht mehr queren. Es sein denn, Sie benutzen den Bahnübergang.

Wollen Sie tatsächlich eine Wand zwischen den Ortsteilen Münster und Altheim bauen während wir versuchen, die beiden Ortsteilen – auch jetzt mit der Gründung des Ortsbeirates – näher zusammenwachsen zu lassen?

Nein, das kann wohl offensichtlich nicht die Lösung sein.

Ja, Lärmschutz ist wichtig. Das habe ich zu Beginn betont. Allerdings kann man nach unserem Verständnis nicht 90 % etwas zumuten, dass nur 10 % möchten. Für die 10% allerdings sieht die Bahn ebenfalls eine Lösung vor. Nämlich den passiven Lärmschutz. Nur das kann die faire Lösung und Entscheidung für Münster sein.

Auch in Altheim kann die Lärmschutzwand nicht die Lösung sein, zumal etliche Anwohner, die quasi direkt an der Bahn wohnen, sich ebenfalls gegen die Wand ausgesprochen haben.

Ich habe mir am Wochenende die Mühe gemacht und war mehrmals dort im Feld unterwegs. Auch habe ich in Altheim den Lärm eines vorbeifahrenden Güterzuges und den Lärm der Bundesstraße 26 gemessen. Das Ergebnis kam für mich nicht überraschend. Der Lärm der Bundesstraße übersteigt den Lärm der B 26, an der diese Anwohner deutlich näher dran sind, um 10-15 Dezibel.

Hier kann wohl die Lärmschutzwand der Deutschen Bahn nicht die Lösung für die wenigen betroffenen Anwohner, die die Wand in Altheim wünschen sein. Ganz im Gegenteil. Hier braucht es eine ganzheitliche Lösung. Eine Lösung, die auch den Lärm der B26 mindert, und keine Lärmschutzwand, die von Vielen nicht gewünscht ist, die Ortsteile trennt und den Wildtieren den Lebensraum massiv einschränkt.

Die CDU-Fraktion hat deshalb hierzu einen Änderungsantrag formuliert, den wir hier heute einbringen.