Bebauung des „ Mäusberggeländes“

Wirklich ein Gewinn für die Gemeinde?

 Wenn man bedenkt, dass der Anstoß für die derzeitige Diskussion um die Verlagerung des Sportgeländes „Am Mäusberg“ die Bezuschussung eines dort neu zu errichtenden Kunstrasenplatzes war, die dann, zur Prüfung der Verlagerung des gesamten Sportgeländes an einen anderen Platz weiterentwickelt wurde,  ist man heute nach den vorliegenden Ergebnissen der Studien in den Reihen der CDU eher ernüchtert. 

 Wenn man bedenkt, dass der Anstoß für die derzeitige Diskussion um die Verlagerung des Sportgeländes „Am Mäusberg“ die Bezuschussung eines dort neu zu errichtenden Kunstrasenplatzes war, die dann, zur Prüfung der Verlagerung des gesamten Sportgeländes an einen anderen Platz weiterentwickelt wurde,  ist man heute nach den vorliegenden Ergebnissen der Studien in den Reihen der CDU eher ernüchtert. Schließlich erhoffte man sich in den Reihen der CDU, dass bei einer solchen Aktion auch einige Euro in die Gemeindekasse fließen würden. Doch das ist wohl nicht zu erwarten. Es ist eher davon auszugehen, dass sich die Gemeinde für ein solches Vorhaben verschulden muss, und dann andere Dinge zu kurz kommen werden.

Doch, warum gab es überhaupt zwei Studien zur Machbarkeit einer Sportplatzverlagerung? Nun, das lag vor allem an den für die Sportstätte vorgesehenen Standorten. Zunächst hatte man geprüft, ob die Sportstätte im neu geplanten Baugebiet an der Altheimer Straße gebaut werden kann. Die im neu zu erschließenden Baugebiet vorgesehene Fläche für Wohnbebauung sollte dabei weitgehend als Sportgelände genutzt werden und das Gelände „Am Mäusberg“ mit Wohnhäusern bebaut werden. Die angeregten Anforderungen für die neue Sportanlage waren aber durch die eventuellen Verkaufserlöse „Am Mäusberg“ nicht zu finanzieren. In einer zweiten Studie, in der eine Errichtung der Sportstätte hinter dem Gersprenzstadion geprüft wurde, kam es dann auch zu Abstrichen bei der Ausstattung der neuen Sportanlage. Doch auch hier stellt sich zunächst wieder heraus, dass die gestellten Anforderungen nicht durch die erzielbaren Verkaufserlöse zu decken sind. Die zweite Studie gab jedoch gleichzeitig Lösungshinweise, wo man bei den Sporteinrichtungen einsparen kann, um das Defizit zu verkleinern, zeigte aber auch auf, dass sich das Vorhaben auch noch verteuern könnte.

So weist die aktuelle Machbarkeitsstudie Grundstücksverkaufserlöse von über 8 Millionen Euro für das Gelände „Am Mäusberg“ aus.  Von diesem Betrag gilt es die Erschließung des „Mäusberggeländes“  und die neue Sportstätte inklusive des Ankaufs des dortigen Geländes zu bezahlen. Dabei sind offensichtlich alle Flächen des „Mäusbergareals“ verplant.  So ergeben sich in diesem Zusammenhang Fragen wie, was ist mit den Parkflächen in Höhe des Friedhofs, dem Platz mit dem historischen Feldkreuz oder der Zuwegung zum Verbindungsweg zur Steinstraße? Genauso ist offen, welche Maßnahmen mit der Anbindung des Gebiets an die Goethestraße noch erforderlich werden. Und hinzu kommt noch die in beiden Machbarkeitsstudien vorgesehene dichte Bebauung des Geländes „Am Mäusberg“. Ist das gut für die Wohnqualität in unserer Gemeinde? Da hat man wohl zur Finanzierung der Verlagerung des Sportgeländes die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen voll ausgereizt, jedoch städtebauliche Akzente weniger berücksichtigt. Ja, da wäre auch noch das Argument mit den künftigen Steuereinnahmen von Neubürgen, die sich im neuen Baugebiet niederlassen. Diese Einnahmen sind abhängig vom bundesweiten Steueraufkommen. Zahlen dazu sind aus unserer Sicht nicht verlässlich vorauszusagen.    

Und wie sieht es bei den Ansätzen für die neue Sportanlage aus? Aus dem Erlös sollen ca. 4,2 Millionen Euro für ein neues Sportgelände ausgegeben werden. In der Studie sind ursprünglich für die Einrichtung des neuen Sportgeländes  6,2 Millionen geplant.  Selbst wenn man Streichungen vornimmt, ist sehr davon auszugehen, dass die 4,2 Millionen für die Maßnahmen nicht ausreichen, da andere Erfordernisse wie z. B. die Einfriedigung des Geländes nur unzureichend berücksichtigt sind. Doch was passiert, wenn auf der einen Seite die Verkaufserlöse nicht in der geplanten Höhe fließen, auf der anderen Seite aber die Errichtung der Sportanlagen fortgehen müssen? Hinzu kommt noch die Unsicherheit, die mit den ausstehenden Gutachten verbunden sind. Wer trägt die Kosten für einen eventuellen Lärmschutz? Aus Sicht der CDU ist es mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung nicht die Zeit auf kommunaler Ebene ein derartig risikobehaftetes Projekt anzugehen.

Wer nun der CDU nach ihrer Bewertung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudien eine Blockadehaltung vorwirft (mit 18 von 37 Sitzen kann man nicht blockieren!), der verwechselt das mit einer kritischen Bewertung des derzeitigen Sachstandes und der Tatsache, dass es auch andere Meinungen gibt, wie nur die eigene. Und mit einem Tritt gegen das Schienbein des neuen Bürgermeisters  hat der Standpunkt schon gar nichts zu tun. Diese Äußerung stammt wohl aus der Trickkiste der unfairen Dialektik, die für einen sachlichen Umgang mit dem Thema nicht förderlich ist und hat lediglich etwas mit Stimmungsmache zu tun. Das Ergebnis der zweiten Machbarkeitsstudie lag der Fraktion erst Ende September vor und konnte leider nicht vorher eingesehen und bewertet werden.

Die CDU plädiert daher dafür, eine Verlagerung des Sportgeländes mittel- oder langfristig anzugehen, dem Verein auf einem gesicherten Fundament weiterzuhelfen und die Betroffenen, das heißt die Bürger bei den Maßnahmen einzubeziehen. An diesem Standpunkt ändert auch die Bewertung der außerparlamentarischen Arbeitsgruppe nichts, für deren Einsatz wir uns bedanken.

Für die CDU ist auch klar, dass sie Vereinsarbeit am Ort weiterhin unterstützen wird. Deshalb gilt es nach weiteren Lösungen zu suchen. Gleichzeitig überwiegen derzeit hinsichtlich der Realisierung der Verlagerung des Sportgeländes die Risiken und stellt ein finanzielles Abenteuer dar, vor allem wenn man die Gesamtsituation der Gemeinde betrachtet.

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